Was verstehen wir unter Pandas (PDA)?

Was wir mit „Panda“ meinen

„Pandas“ nennen wir auf dieser Seite Kinder und Erwachsene, bei denen das Bedürfnis nach Selbstbestimmung besonders ausgeprägt ist und Anforderungen starken inneren Druck auslösen können. Der Begriff lehnt sich an PDA an, das für Pathological Demand Avoidance steht und im Zusammenhang mit Autismus diskutiert wird.

Manche verwenden heute auch Persistent Drive for Autonomy, um das starke Bedürfnis nach Selbstbestimmung in den Mittelpunkt zu stellen. Eine allgemein anerkannte, eigenständige Diagnose ist PDA nicht. Auch darüber, wie genau das Profil zu definieren und wissenschaftlich einzuordnen ist, besteht keine vollständige Einigkeit.

Warum wir den Begriff weiter fassen

Wir verwenden „Panda“ bewusst nicht als Diagnose oder festes Etikett. Uns interessiert ein Verhaltensmuster, das Familien im Alltag vor große Herausforderungen stellen kann: Ein Kind möchte etwas vielleicht durchaus tun, erlebt aber schon die Erwartung oder Aufforderung als so belastend, dass es blockiert, ausweicht oder heftig reagiert.

Nicht jedes Kind, das Anforderungen vermeidet, ist deshalb ein Panda. Ähnliche Schwierigkeiten können unterschiedliche Ursachen haben. Wir wollen niemanden diagnostizieren, sondern Erfahrungen verständlich machen und mögliche Wege zu einem entspannteren Alltag aufzeigen.

Gab es Pandas schon immer?

Der Entwicklungspsychologe Jerome Kagan (Harvard) hat beobachtet, wie unterschiedlich Kinder auf die Welt reagieren. Etwa jedes fünfte Kind nannte er „highly reactive“. Nora Imlau übersetzt das mit „gefühlsstark“: Diese Kinder haben kaum einen Puffer zwischen sich und der Welt, nehmen Eindrücke ungefiltert auf und sind sehr sensibel, aber zugleich willensstark, hartnäckig und fordernd.

Das erinnert uns stark an das, was wir Pandas nennen. Wir behaupten nicht, dass es dasselbe ist, denn Kagan hat Temperament untersucht und nicht PDA. Aber es spricht dafür, dass es solche Kinder schon immer gab und sie nur anders hießen. Mehr dazu in Imlaus Buch Bindung ohne Burnout.

Worum es uns geht

Viele Eltern fragen sich, ob sie etwas falsch machen, wenn die üblichen Erziehungsmethoden immer wieder zu Konflikten führen. Das muss nicht der Fall sein. Manchmal passen die üblichen Erwartungen und Vorgehensweisen einfach nicht gut zu den Bedürfnissen des Kindes.

Ein anderes Verständnis kann neue Möglichkeiten eröffnen: Anforderungen bewusster gestalten, mehr Selbstbestimmung ermöglichen und herausfinden, was Stress verringert. Das bedeutet nicht, dass alle Grenzen verschwinden müssen oder jeder Konflikt vermeidbar ist. Und was zu Hause funktioniert, lässt sich nicht immer ohne Weiteres auf Schule, Kita oder andere Lebensbereiche übertragen.

Diese Seite soll helfen, das Verhalten besser einzuordnen und hilfreiche Ansätze zu finden, ohne aus einer Beschreibung vorschnell eine Diagnose zu machen.