Wie behalte ich als Elternteil meine Kraft?

Annehmen

Saskia Niechzial – Ein Kopf voll Gold Kapitel 5

Eines der Kinder der Autorin schreit als Baby unaufhörlich. Verzweiflung sei dafür ein zu kleines Wort, schreibt sie. Nachts kreisen die Fragen: Was hat das Kind? Warum gerade wir? Habe ich etwas falsch gemacht? Die damalige Hebamme sagt einen Satz, der zum Leitgedanken der Familie wird: Man könne einiges abklären lassen, um sicherzugehen, aber meistens helfe vor allem eines, nämlich annehmen. Und schauen, was die Familie braucht, damit alle langfristig bei Kräften bleiben.

Das heißt nicht, auf Hilfe zu verzichten. Gemeint ist, die Kraft nicht auch noch im Kampf gegen Entwicklungsphasen, Charakter und Bedürfnisse des Kindes zu verbrauchen und nicht über Fragen zu grübeln, auf die es vermutlich nie eine befriedigende Antwort gibt. Die Autorin vergleicht es mit einem Kartenspiel: Wer die Karten spielt, die er auf der Hand hat, kann mit Übung und überlegten Zügen trotzdem eine gute Partie spielen.

Der kleine Boss

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Wer bestimmt, was gute Eltern sind?“

Eine erfolgreiche Unternehmensberaterin erzählt der Autorin, wie sie sich nach der Geburt ihres ersten Kindes fühlte. Das Baby schrie viel, und sie erlebte es als persönlichen Angriff. Es war, als hätte sie einen kleinen Chef, der sie unaufhörlich anbrüllt: Sie mache ihre Sache schlecht, sie sei für diesen Job nicht geeignet. „Dich einzustellen war ein Fehler.“

Die Autorin sieht darin eine Folge der Leistungsgesellschaft. Wer gewohnt ist, für Mühe Anerkennung zu bekommen, überträgt das auch auf die Elternschaft. Das Baby schreit aber, egal wie sehr sich die Mutter anstrengt.

Hilft es ihm denn?

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Was ‚sicherer Hafen‘ wirklich bedeutet“

Das Baby der Autorin schreit viel. Sie und ihr Mann tragen es abwechselnd nächtelang durch die Wohnung, in der Hoffnung, es möge sich beruhigen. Eines Tages erzählen sie der Hebamme davon, und die fragt: „Hilft es ihm denn?“ Die beiden sind verblüfft. Das Baby schreit ja auch auf dem Arm, aber sie können es doch nicht einfach liegen lassen.

Im Gespräch wird ihnen klar, dass Menschen immer etwas tun wollen, auch wenn es nicht hilft. Etwas zu tun fühlt sich besser an, als eine schwierige Lage auszuhalten. Die nächtlichen Runden waren eher für sie da als für das Kind, und am Morgen waren sie hundemüde.

Sie probieren es anders. Wenn das Baby schreit, bleiben sie im Bett, nehmen es fest in den Arm und flüstern, dass alles gut ist, dass Mama da ist und zuhört. Irgendwann hört das Kind auf zu weinen und schläft ein. Nach ein paar Nächten ist das viele Schreien vorbei. Die Hebamme vermutet, das Baby habe noch seine Geburt verarbeiten müssen. Die Autorin weiß nicht, ob das stimmt, und sie weiß auch, dass bei vielen Schreibabys gar nichts hilft.

Seitdem denkt sie anders über ihre Aufgabe. Sie muss Gefühle nicht beenden, sondern dafür sorgen, dass ihre Kinder sie nicht allein durchfühlen. Das gilt beim Wutanfall des Kindergartenkinds, beim Frust über die Hausaufgaben und wenn ein Teenager schlecht gelaunt den Schulranzen in die Ecke pfeffert. Für sie wirkt das entlastend: „Ich muss nichts tun. Ich muss nur da sein.“

Der Satz, den sie nie sagen wollte

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Was wir von unseren Schuldgefühlen lernen können“

In einem Moment aus Wut und Frust sagt die Autorin zu einem ihrer Kinder einen zutiefst verletzenden Satz. Er gehört zu denen, von denen sie sich immer geschworen hat, sie nie zu benutzen. Das Kind ist tief getroffen, sie fühlt sich furchtbar.

Sie prüft ihr Schuldgefühl und stellt fest, dass es angemessen ist: Der Satz widerspricht ihren Werten. Sich selbst zu bestrafen bringt aber nichts. Stattdessen schaut sie, was ihr gefehlt hat, dass sie so ausrastete. Sie findet Erschöpfung, Überforderung und Stress und sucht den Auslöser. Am nächsten Tag bittet sie das Kind noch einmal um Entschuldigung und verspricht ihm und sich, besser auf sich aufzupassen.

Dass ihr so etwas nie wieder passiert, garantiert das nicht. Das Schuldgefühl hat ihr aber gezeigt, dass sie mit dem Kind in ein Muster aus Verletzung und Gegenverletzung gerutscht war, einfach weil sie so erschöpft war.

Spiegeleier um halb elf

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Vorwort

Das Kleinkind der Autorin will nicht einschlafen. Es zappelt im Familienbett, steht nach über einer halben Stunde wieder auf und läuft in die Küche. Es ist schon nach 22 Uhr. Als die Mutter hinterherkommt, liegen drei rohe Eier zermatscht auf dem Boden, und das Kind steht weinend daneben. Das Kind wollte sich ein Spiegelei braten.

Die Autorin fängt an zu schimpfen: „Sag mal, geht’s noch?“ Dann hält sie inne, kniet sich hin und nimmt das Kind in den Arm. Sie fragt leise, ob es nicht schlafen konnte, weil der Hunger noch da war. Das Kind nickt eifrig und erzählt, die Eier seien ihm einfach heruntergerutscht. Sie wischt alles auf und brät zwei neue. Inzwischen ist es fast halb elf. Das Kind isst, geht bereitwillig zurück ins Bett und schläft im Arm der Mutter sofort ein.

Die Autorin liegt daneben, dankbar, zufrieden und völlig erschöpft. In ihre Instagram-Story schreibt sie, halb im Scherz: „Jetzt hätte ich bitte gerne meinen Friedensnobelpreis.“ Ihre Community schickt ihr daraufhin haufenweise Bilder von Orden und Pokalen.

Gurkenherzen oder Butterbrezeln

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Deine Energie-Ampel“

Die Autorin stellt sich ihre Kraft als Ampel vor: Bei Grün ist der Tank voll, bei Gelb etwas leerer, bei Orange fühlt sie sich überreizt und unzufrieden, bei Rot geht nichts mehr. Mehrmals am Tag fragt sie sich, wo sie gerade steht, und richtet danach den Tag aus.

Am deutlichsten wird das bei den Snackboxen für Kindergarten und Schule. An grünen Tagen macht es ihr Freude, Herzen aus Gurkenscheiben auszustechen oder kleine Pancakes mit frischen Himbeeren zu backen. An gelben Tagen gibt es ein belegtes Brot und Apfelschnitze, fertig. Steht die Ampel auf Orange, fällt die Box ganz weg: Sie hält auf dem Weg beim Bäcker und gibt jedem Kind eine Butterbrezel in der Papiertüte mit.

Ähnlich ist es mit den Bildschirmen. An grünen Tagen hält sie sich an die Medienregeln und lotst die Kinder liebevoll von den Geräten weg. An gelben Tagen ist sie großzügiger. Bei Orange läuft schon am helllichten Tag ein langer Spielfilm, damit sie mit einem Mittagsschlaf irgendwie über den Abend kommt.

Die Nuggets im Wasser

Amanda Diekman – Low-Demand Parenting Kapitel 1

Die Autorin träumt von Abendessen, bei denen alle erzählen, was am Tag passiert ist, und von liebevoll gekochtem Essen, das sie in einen gemütlichen Abend hinübergleiten lässt. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Der Geruch ihres Essens schickt ein Kind unter den Tisch, wo es würgt und röchelt. Kaum jemand bekommt beide Pobacken gleichzeitig auf den Stuhl. Ein Becher kippt um, die Hähnchen-Nuggets schwimmen im Wasser, und ein verzweifeltes Kind verlangt sofort neue, extra knusprig.

Jeden Abend rechnet sie trotzdem wieder mit dem Traum und nicht mit dem Abendessen, das tatsächlich auf sie wartet.

„Er ist okay, so wie er ist“

Amanda Diekman – Low-Demand Parenting Kapitel 12

Michael hat Mühe, Schuhe zu tragen. Hundespaziergänger auf der Straße fragen ihn immer wieder, wo seine Schuhe sind. Die Autorin versteht nicht, warum Fremde sich so für die Schuhe ihres Kindes interessieren. Sie winkt ihnen freundlich zu und ruft: „Er ist okay, so wie er ist.“

Es geht ihr um mehr als um das, was nicht an seinen Füßen ist. Er ist okay, wenn er barfuß spielt. Er ist okay, wenn er das Quatschen von Socken auf nassem Gras liebt. Er ist okay, wenn er keine dreißig Sekunden warten kann, bevor er nach draußen rennt. Am liebsten würde sie es der ganzen Welt zurufen.

Dass ich ein Eis darf

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Was ‚sicherer Hafen‘ wirklich bedeutet“

Die Autorin sagt ihren Kindern oft, wie sehr sie sie liebt. Irgendwann verdreht eines die Augen: Das habe sie schon tausendmal gesagt. Die Autorin nimmt das gelassen, denn es heißt, dass die Botschaft angekommen ist. Sie fragt zurück, was sie stattdessen sagen soll. Das Kind lacht und antwortet: „Dass ich ein Eis darf.“

Vier Kinder, vier Sprachen

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Den Erziehungsautomaten entmachten“

Der US-Pastor Gary Chapman beschreibt fünf Sprachen der Liebe: Worte, Geschenke, Hilfe, gemeinsame Zeit und Berührung. Die Autorin sagt dazu, dass das Konzept nicht erforscht ist. Hilfreich findet sie es trotzdem, denn ihre vier Kinder sprechen ganz verschiedene Sprachen.

In anstrengenden Phasen versucht sie, jedes Kind in seiner Sprache zu erreichen. Einem bringt sie ein kleines Geschenk aus der Stadt mit. Einem anderen hilft sie bei einem Referat. Mit einem nimmt sie sich besonders viel Zeit für ein Gespräch an der Bettkante, und das nächste umarmt sie extra fest. Dann merkt sie, dass es allen vieren gleich ein bisschen besser geht.

Grüße aus dem Familienbett

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Grüße aus der Einschlafbegleitung“

Rund 44.000 Stunden hat die Autorin nach eigener grober Rechnung damit verbracht, ihre Kinder in den Schlaf zu begleiten. Sie hat getragen, gehalten, gestillt, gestreichelt, neben den Kindern gesessen und gelegen. Seit einiger Zeit schickt sie fast jeden Abend aus dem Familienbett kurze Nachrichten auf dunklem Hintergrund an andere Eltern, die gerade mit ihren Kindern im Dunkeln liegen. Viele schreiben ihr, das beruhige sie, und es fühle sich an, als gehörten alle zu einem Club.

Zum Liegen im Dunkeln gehört bei ihr das Handy: Der Bildschirm ist abgedunkelt und mit Blaulichtfilter, darauf steht weiße Schrift auf Schwarz. Für das Kind ist das langweilig, es kuschelt sich an und schläft ein, auch weil sie selbst ruhig und beschäftigt ist. Über dem Familienbett hängt ein Poster: „Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz.“

Kinderkleider aus dem Trockner

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Pizza bestellen ist moralisch neutral“

Auf TikTok entdeckt die Autorin den Kanal „Struggle Care“ der Psychotherapeutin K. C. Davis, Mutter zweier Kinder und selbst neurodivergent. In kurzen Videos zeigt sie ihre manchmal wild aussehende Küche und spricht über das Gefühl, von den Wäschebergen gelähmt zu sein. Ihr Kleiderschrank-Trick: Sie hat keinen Kinderkleiderschrank. Die Wäsche kommt aus dem Trockner direkt in Kisten und wird von dort wieder angezogen.

Davis’ Gedanke dahinter: Ordnung im Haushalt ist keine Frage der Moral. „Dein Haushalt ist dazu da, dir zu dienen.“ Nach ihrer Haltung gibt es keinen Grund, sich wegen eines unordentlichen Schranks zu verurteilen.

Der Bollerwagen

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Pizza bestellen ist moralisch neutral“

Die Autorin holt ihr dreijähriges Kind oft mit dem Bollerwagen vom Kindergarten ab. Fremde Leute weisen sie immer wieder darauf hin, dass so ein großes Kind auch laufen könnte. Dem Kind und ihr macht der Wagen den Heimweg leichter, und das ist das Einzige, was für sie zählt. In ihre Instagram-Story schreibt sie: „Unser Bollerwagen ist moralisch neutral.“

Die Resonanz ist überwältigend. Viele Menschen schreiben zurück, was in ihrem Alltag alles moralisch neutral ist: von der Auszeit für die Mutter, während das Kleinkind Paw Patrol schaut, bis zum Ins-Bett-Gehen ohne Abschminken. Das Wort allein scheint vielen zu helfen, sich bewusst zu machen, was sie für eine Last mit sich herumtragen, nur weil sie irgendwann gelernt haben, dass man das nicht tut.

Ein Kastenkuchen mit Gummibärchen

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Aus dem Elternwettbewerb aussteigen“

Die Autorin zeigt auf Instagram den Geburtstagskuchen eines ihrer Kinder: ein Kastenkuchen mit Schokolinsen, Gummibärchen und Kerzen. Einige Mütter gratulieren ihr ernsthaft zum Mut, so etwas Schlichtes zu zeigen. Motivtorten seien heute der Standard, da sei ein unperfektes Backwerk erfrischend.

Zuerst ist die Autorin ein wenig beleidigt, sie fand den Kuchen hübsch. Dann merkt sie, dass es solche einfachen Kuchen eher in ihrer eigenen Kindheit gab. Viele Kinder bekommen heute bunte Torten in Pinterest-Optik.

Eine Prinzessinnenkrone aus Plastik

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Elternsein in Zeiten der Klimakrise“

Eine Freundin der Autorin legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. Im Supermarkt kauft sie ihrem Kind spontan eine pinke, blinkende Prinzessinnenkrone aus Plastik, weil es sich die so gewünscht hat. Zuerst zögert sie: Die Krone ist billiges künftiges Elektroschrott-Plastik und garantiert nicht fair gehandelt. Dann fällt ihr ein, dass es auch ein moralisches Anliegen ist, Jungen mit typischem Mädchenspielzeug spielen zu lassen. Ihr Kind ist ein Junge, also ist der Kauf vertretbar.

Schmunzelnd erzählt sie der Autorin davon und strubbelt ihrem Sohn durchs Haar: „Glück gehabt. Bei einer Tochter wäre das echt eng geworden, moralisch.“

Die Briefe der Großmutter

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Elternsein in Zeiten der Klimakrise“

Beim Lesen alter Briefe aus dem Nachlass ihrer Großeltern entdeckt die Autorin, wie einfach das Richtige und das Falsche in den 1950er Jahren waren. Die Großeltern hatten fünf Jahre nach Kriegsende geheiratet. Am Anfang war das Geld knapp, in den Briefen geht es um das Haushaltsgeld und darum, wie schön ein Schinken per Post von den Eltern ist.

Dann kommen die Anschaffungen: Kühlschrank, Waschmaschine, Gefriertruhe, Fernseher. Später werden Flugreisen und Schifffahrten erwähnt. Bei keinem dieser Käufe taucht ein moralisches Dilemma auf, die einzige Frage lautet, ob man es sich leisten kann. Die Großmutter schreibt, wie wichtig es ihr ist, ein anständiger Mensch zu sein. Das heißt für sie: kochen und putzen, freundlich und fleißig sein, die Kinder gut großbekommen, den Eltern lange Briefe schreiben und sich nicht mit den Nachbarn anlegen.

Die Autorin spürt beim Lesen eine Sehnsucht nach einem einfacheren Leben, in dem man nicht so viel falsch machen kann. Sie weiß, dass viele Menschen damals kein so gutes Leben hatten wie ihre Großeltern, und dass es nichts hilft, sich zurückzuwünschen.

Ein Brief von 1955

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Erste (Medien-)Hilfe für Eltern“

In einer Phase großer Erschöpfung lässt die Autorin ihr zweijähriges Kind immer wieder fernsehen, um durchzuatmen. Beim Stöbern in den alten Briefen ihrer Großmutter stößt sie auf ein Schreiben von 1955. Darin beschreibt die Großmutter, wie sie ihren zweijährigen Sohn, den Vater der Autorin, ins Klo einsperrte, weil sie nicht mehr konnte und sich nicht anders zu helfen wusste.

Die Autorin erinnert die Großmutter als warmherzig und liebevoll. Sie ist sicher, dass sie erleichtert gewesen wäre, hätte es damals so etwas wie die Maus-App gegeben. Seitdem hat die Autorin kaum noch ein schlechtes Gewissen, wenn ihre Kinder länger vor den Geräten sitzen, als Fachgesellschaften es empfehlen.

Gestärkte Tischdecken und Blumenerde auf dem Teppich

Nora Imlau – Bindung ohne Burnout Kapitel „Aufgaben gerecht verteilen“

Eine Mutter erzählt der Autorin, sie sei in einem Musterhaushalt aufgewachsen: gestärkte Tischdecken, Blumen auf jedem Tisch, aufeinander abgestimmte Möbel, so sauber, dass man vom Boden hätte essen können. Sie selbst war ein braves Mädchen, das Blockflöte spielte, las und nie Unordnung machte.

Nun hat sie zwei wilde Kleinkinder, die mit Essen werfen, ihre Spielsachen durch die ganze Wohnung tragen, Tapeten anmalen und Blumenerde auf dem Teppich verteilen. So sehr sie sich bemüht, den Standard ihres Elternhauses erreicht sie nicht. Es fällt ihr schwer, dieses Ideal loszulassen. Die Familie findet eine Lösung: Ein Zimmer der Wohnung dürfen die Kinder nicht betreten. Dort richten sich die Eltern einen schönen Rückzugsort ein, in dem sie das Chaos des restlichen Haushalts hinter sich lassen können.

Eine andere Mutter hat der Autorin das Gegenteil erzählt. Sie ist in einer Messi-Wohnung aufgewachsen und hat darunter sehr gelitten. Ein aufgeräumtes, freundliches Zuhause ist ihr deshalb besonders wichtig.